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Siehe auch: Kodex (Origins), Kodex (Dragon Age II)

Kodexeintrag

Die trockene, staubige Erde saugt die salzigen Tropfen auf, die auf sie herabfallen. Ein kleines Insekt hält inne, weil es Erschütterungen spürt, und fliegt dann weg, den unsichtbaren Feind zurücklassend. Es werden mehr Tropfen, ihre dunklen Kreise vereinigen sich und dienen ihrem Schöpfer als Spiegel.

Urinstinkte wie Blutgier und Trauer vermischen sich zu einer tödlichen Mischung, die selbst den Stärksten zerbricht. Doch die Kontrolle über die Stärke obliegt dem Geist, nicht dem Arm oder der Brust. Nur die Weisesten haben Zugang zu der inneren Zuflucht, die die Trennung des Geistes vom alles beherrschenden Wahnsinn ermöglicht. Verführerische Stimmen flüstern Versprechen von Ruhm, der am anderen Ende des Weges auf die im Fleische Schwachen wartet und letztlich in einem Tode mündet, der schrecklicher ist als der durch heißes Blei oder Stahl. Diese leeren und hohlen Versprechungen werden als Echos in der unauslotbaren Tiefe niemals verhallen.

Wer bequem inmitten seiner Besitztümer lebt, missversteht leicht die wahre Bedeutung von unkontrollierbarem Hass. Er begreift die Macht nicht, die dem Kampf gegen pure, unverrückbare Überzeugung innewohnt, gegen Feinde, die nur auf ihre Seele hören. Unkontrollierbarer Hass. Gesteuert und damit nicht länger unschuldig. Eine Narbe im Inneren, die immer bleiben wird.

Der Regen ist mittlerweile rot und bezahlt die Schuld vergangener Taten. Er dringt tiefer in die Erde ein, während die Gedanken langsamer werden. Was genau hat ihn in seinem Sein in diese Lage geführt? Der Verstand ruht und macht der Erinnerung an wahre Unschuld Platz. Er kam zum Krieg wie ein Neugeborenes in die Welt, nichts ahnend sowohl von den Schrecken als auch vom Licht des Erbauers, das ihn retten wird.

Über ihm das Geräusch von Metall auf Leder. Vom Augenblick seiner Geburt bis zu seinem in Bälde erfolgenden letzten Atemzug verarbeitete und überdachte sein Verstand Wissen und Erfahrungen. Er hatte geglaubt, die Weisheit finden zu können, doch nur die Demütigsten erkennen, wie wenig sie wissen. Voreingenommenheit, Vermutungen und falsche Annahmen bereiten den Weg für das Klirren des Stahls, und schließlich geht seine Seele, endlich bereit, weil seine ausgetrockneten Augen doch noch verstanden haben, über in jene reine Form, die Er stets versprochen hat.

-- Aus Tode eines Templers, von Ser Andrew, Ritter von Andraste und Archivar der Templer, 9:4 Zeitalter der Drachen.

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